Authentizität
Sei dein echter Paradiesvogel!
In diesem Artikel geht es ums Thema Authentizität, und warum diese sowohl für die individuelle als auch für die Gesellschaftliche Gesundheit unendlich wichtig ist. Viel Spass beim lesen!
Veröffentlichung: 04. April 2025
Was bedeutet Authentizität?
Authentizität bedeutet, echt zu sein. Es bedeutet, dass Denken, Fühlen und Handeln übereinstimmen – es bedeutet, sich so zu zeigen, wie man ist, ohne sich hinter einer Rolle zu verstecken. Für Jesper Juul geht es darum, dass Eltern ihre eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Werte kennen, diese ausdrücken und für sich einstehen können. Anstatt sich von gesellschaftlichen Erwartungen leiten zu lassen oder eine „perfekte“ Elternrolle zu spielen, geht es darum, ehrlich und transparent in der Beziehung zum Kind zu sein. Damit Eltern authentisch sein können, braucht es das Bewusstsein darüber, wer man ist und was man braucht. Dieses sogenannte Selbstgefühl hilft Eltern, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und klar zu kommunizieren.
Warum ist Authentizität wichtig für Kinder?
Kinder spüren intuitiv, ob ihre Eltern authentisch sind. Wenn Eltern sich verstellen oder versuchen, eine Rolle zu spielen (z. B. die immer geduldige Mutter oder der stets gut gelaunte Vater), führt das oft zu Verwirrung bei den Kindern. Sie suchen dann nach der „echten“ Person hinter der Maske. Authentische Eltern hingegen vermitteln ihren Kindern, dass es in Ordnung ist, so zu sein, wie man ist und wie man eigene Gefühle ausdrückt und mit ihnen umgeht.
Wie sieht Authentizität im Alltag aus?
Hier sind einige konkrete Beispiele, wie Eltern authentisch handeln können:
1. Gefühle ehrlich zeigen: Wenn du wütend oder traurig sind, darfst du das deinem Kind mitteilen – ohne es dabei zu verletzen. Zum Beispiel: „Ich bin gerade wütend, weil ich mich über XY geärgert habe. Das hat nichts mit dir zu tun.“ Dadurch lernt das Kind, dass auch negative Gefühle ihren Platz haben dürfen.
2. Eigene Grenzen kommunizieren: Statt ständige Kompromisse einzugehen oder Konflikte zu vermeiden, solltest du deine persönlichen Grenzen klar benennen. Ein Beispiel: „Ich brauche jetzt eine Pause und möchte mich kurz hinsetzen und meinen Tee trinken. Danach helfe ich dir gerne.“ So lernt dein Kind nicht nur deine Bedürfnisse kennen, sondern auch den respektvollen Umgang mit Grenzen.
3. Persönliche Vorlieben zeigen: Jeder Mensch hat unterschiedliche Vorlieben – auch Eltern. Wenn ein Elternteil gerne Brettspiele spielt und der andere lieber bastelt, sollten diese Unterschiede offen kommuniziert werden. Beispiel: „Papa bastelt gern mit dir; ich spiele lieber mit dir Brettspiele.“ So lernt dein Kind nicht nur deine Persönlichkeit kennen, sondern auch Vielfalt in Beziehungen schätzen.
Herausforderungen auf dem Weg zur Authentizität
Authentisch zu sein kann herausfordernd sein – vor allem in stressigen Momenten oder wenn gesellschaftliche Erwartungen Druck ausüben. Es erfordert Mut, sich verletzlich zu zeigen und alte Muster loszulassen. Doch die Belohnung ist eine tiefere Verbindung zum Kind und eine Atmosphäre des Vertrauens in der Familie. Sei deshalb dein Paradiesvogel, den du in dir trägst!
Authentizität bedeutet allerdings nicht Perfektion, sondern Echtheit. Das heisst auch: Auch wir Eltern machen Fehler. Und zu diesen sollten wir dann auch authentisch stehen und dafür die Verantwortung übernehmen. Das könnte konkret so klingen: «Es tut mir leid, dass ich vorhin laut geworden bin. Ich hätte anders reagieren sollen. Ich kümmere mich darum, dass ich das nächste Mal anders reagiere. Das war nicht okay von mir und ich bin dafür verantwortlich, mich darum zu kümmern.“ Indem Eltern ihre Gefühle und Bedürfnisse ehrlich ausdrücken, für ihr Verhalten die Verantwortung übernehmen und ihre Grenzen kommunizieren, schaffen sie eine Grundlage für eine starke Beziehung auf Augenhöhe mit ihrem Kind. Diese Haltung stärkt nicht nur das Selbstwertgefühl der Kinder, sondern auch das der Eltern selbst – ein Gewinn für die gesamte Familie.
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